Eine Woche Lot: Höhlentauchen zwischen Croissants und Kreislaufgeräten
Höhlentauchen in Frankreich · September/Oktober 2026 · ein Bericht von Maik
Die Reise beginnt, wie Tauchreisen oft beginnen: mit Packen, Umpacken und der Frage, ob noch eine Stage mehr in den Kofferraum passt. Am Ende fuhr mein Auto mit mehreren Doppel-12, meinem JJ (eCCR), jeder Menge Stages und dem restlichen Tauchkram ins Lot. Sascha, mein Buddy, und ich starteten am Freitagabend, dem 25. September. Nach etwa fünf Stunden machten wir Halt bei Trier. Am Samstagmorgen ging es weiter durch Luxemburg, noch einmal rund elf Stunden bis nach Gramat.
In Gramat wartete Le Domaine du Gravier, geführt von Laurent und seiner Frau. Wir waren eine Gruppe von etwa 13 Tauchern aus Deutschland und der Schweiz.
Die Tauchplätze
Das Lot zählt zu den bekanntesten Höhlentauchregionen Europas. Wir haben die Woche komplett selbst organisiert und pro Tag zwei Tauchgänge gemacht. Auf dem Programm standen die Fontaine de Saint-Georges, die Emergence du Ressel, die Ressel II (Le Cunhac) und der Gouffre de Cabouy. Je nach Höhle erreichten wir Tiefen bis 50 Meter und Tauchzeiten bis zu 2,5 Stunden.
Auch beim Equipment war die Gruppe bunt gemischt. Ich bin mit meinem JJ getaucht, andere mit D12 und Stages oder ebenfalls mit CCR. Vom reinen CCR-Team bis zum Mixed-Team war alles dabei. Wasserstand und Sicht waren in dieser Woche hervorragend. Die Wassertemperatur lag wie üblich bei durchschnittlich 13 °C, es ging also im Trockenanzug ins Wasser.
Highlights: Cabouy und Le Cunhac
Besonders gefreut hatte ich mich auf Cabouy und Ressel II (Le Cunhac), denn beide hatte ich bisher noch nie betaucht, und die Bedingungen waren ideal.
In Cabouy beeindruckte mich vor allem die Sicht. Man taucht durch einen riesigen Gang, und die hervorragenden Sichtweiten machen ihn noch eindrucksvoller.
In Le Cunhac erlebte ich etwas, das ich nicht erwartet hatte. Ab etwa 40 bis 47 Metern Wassertiefe tauchten plötzlich Höhlenflohkrebse in großer Zahl auf. Diese kleinen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist etwas Besonderes. Doch selbst mit dem CCR blieb in dieser Tiefe nicht genug Zeit dafür. Das schreit nach weiteren Besuchen.
Herausforderungen
Ernsthafte Schwierigkeiten gab es keine. Eine Herausforderung gab es allerdings: Meine Tariergasflaschen fürs Wing wurden während eines Tauchgangs mit Wasser geflutet. Aber gerade für solche Situationen hat man die entsprechende Tauchausbildung.
Organisation, Verpflegung und Gase
Dass die Woche so entspannt blieb, lag auch an der Unterkunft. Das Frühstück war herrlich, mit noch besseren Croissants. Mittags kaufte die Gruppe vorab frisches Baguette und verschiedene Käsesorten ein. Abends gab es ein sehr leckeres Abendessen im Haus. Die Gase haben wir bei The Cave To Be füllen lassen.
Und dann die Cookies (Kekse). Die Auswahl an Keksen war riesig, und Cookies sind einfach immer ein Muss, auch beim Höhlentauchen.
Rückreise und Fazit
Am 3. Oktober ging es zurück, diesmal ohne Zwischenübernachtung: 15 Stunden am Stück, Ankunft in der Nacht zum 4. Oktober. Das war lang, aber die Woche davor hat es wettgemacht: zwei Tauchgänge pro Tag, ideale Bedingungen, eine gute Gruppe und dazu Croissants, Käse und Keeeekse. Besonders im Kopf bleiben der riesige Gang in der Cabouy und die Höhlenflohkrebse in der Ressel II. Für die Krebse komme ich mit mehr Zeit zurück.




















